Am 21. Juni 1933 zog die Darmstädter NS-Studentenschaft zunächst zu einer Sonnenwendfeier am Bismarckturm und von dort im Fackelzug zum Mercksplatz, wo sie einige tausend Bücher verbrannten. Wir gedenken 93 Jahre später diesem traurigen Teil der Darmstädter Geschichte, indem wir aus den verbrannten Büchern lesen.
Ab dem 10. Mai 1933 verbrannten die Nazis und ihre Unterstützer:innen in zahlreichen Städten in ganz Deutschland abertausende von Büchern. Unter den verbrannten Büchern war alles zu finden, was der menschenfeindlichen Ideologie der Nazis zuwiderlief:
Romane jüdischer und anderer demokratischer Schriftsteller:innen, Schriften der Theoretiker:innen aus der Bewegung der Arbeiter:innen und der fortschrittlichen Sexualwissenschaft, queere Literatur und viele weitere Bücher und Texte fielen den Flammen zum Opfer. Symbolisch wurde damit nicht nur die Vernichtung von Gedanken, sondern schlussendlich auch die von Menschen angekündigt.
In Darmstadt verbrannten nationalsozialistische Studierende am 21. Juni 1933 auf dem Mercksplatz zahlreiche Bücher, während im gleichen Zeitraum die letzten Reste nicht-faschistischen Organisationen gleichgeschaltet oder verboten wurden. Widerstand dagegen fand auch in Darmstadt nur vereinzelt statt und wurde zerschlagen, wie etwa die Widerstandsgruppe um Georg Fröba.
Das, was damals passiert ist, kann, wenn auch vielleicht nicht in gleicher Form, wieder passieren. Dass es dazu nie wieder kommt, ist ein Auftrag, antifaschistisch und demokratisch aktiv zu sein. Deshalb lesen wir am 21. Juni gegen das Vergessen aus Büchern, die 1933 von den Nazis verbrannt wurden.
21. Juni 2026
11:30 - 13:00
Gedenkplatte „Bücherverbrennung“ vor dem Eingang des Jugendstilbades
Für die Linksfraktion liest die Stadtverordnete Kristina Becker und für Die Linke KV Darmstadt liest Sprecherin Eva Haßelbeck.
Veranstaltungsort: Mercksplatz
64287 Darmstadt

