Fragen an die Parteien zum Stellenwert der Darmstädter Popkultur
Sie hat einen hohen Stellenwert, und wir finden die Popkultur unterrepräsentiert im Vergleich zu anderen musikalischen Bereichen. Im Pop und Indie Bereich hat Darmstadt einige gute Orte wie die Oetinger Villa, das 806qm oder den Schlosskeller. Alle drei und mehr benötigen aber mehr Förderung und es könnte viel mehr Proberäume und Anlaufmöglichkeiten geben für Menschen, die Musik machen wollen. Auch für Veranstaltungsorte braucht es viel bessere Förderungen damit sie Artists einladen und bezahlen können. Mit überschaubaren Mitteln könnte mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung für die Popkulturszene geschaffen werden. Wir brauchen eine Kulturförderung, die alle Bereiche der Kultur fördert und sich nicht auf vermeintlich gut vermarktbare Leuchttürme beschränkt.
Die Stadt Darmstadt hat drei zentrale Hebel in der Hand:
- Die Stadt verfügt über leerstehende Gebäude und kann geeignete Orte bekannt machen und Zwischennutzungen vermitteln. Um Zwischennutzungen für ihre oder andere Liegenschaften besser zu vermitteln, sollte die Stadt ein Leerstandskatastar erstellen und pflegen.
- Sie kann mit ihrer Reputation potenziellen Vermietern Sicherheit geben, indem sie z.B. dauerhaft oder vorübergehend als Generalmieterin oder zumindest als Bürgin auftritt.
- Sie kann mit ihren finanziellen Mitteln für die Vor- oder Zwischenfinanzierung von Investitionen sorgen
Wir haben als Linke noch nicht zuvor darüber diskutiert, es erscheint uns allerdings sinnvoll im Sinne einer breit aufgestellten Kulturförderung.
Auch dies erscheint uns sinnvoll und unterstützenswert. Die beiden Funktionen könnten organisatorisch an einer Stelle zusammengefasst werden.
Eine gute Idee. Es gibt genügend städtische Unternehmen, die für einen solchen Preis als Sponsor auftreten könnten. Die Frage ist dabei, allerdings wer die Jury bildet und wonach wird entschieden, damit nicht nur ein einseitiger Blick ausschlaggebend ist. Preise sind leider oft auch eine Frage von Privileg.
Wir finden es prinzipiell interessant. Es braucht vielfältige Möglichkeiten sich musikalisch zu entfalten. Mannheim trimmt allerdings auf Vermarktbarkeit und ist deshalb kein uneingeschränktes Vorbild. Eine gute Kulturlandschaft ist eine der Vielfalt. Und Förderung von Vielfalt heißt finanzielle Unterstützung für viele Genres.
Ja, das wäre vorstellbar. Allerdings muss diese Subvention auf gemeinnützige, nicht gewinnorientierte Veranstaltungen beschränkt bleiben. Nicht nur aus wettbewerbsrechtlichen Bedenken, sondern auch mit Blick auf den Umgang mit Steuergeldern. Dann kann es diesen kleinen nicht-kommerziellen Veranstaltungen helfen, aber es braucht mehr als das. Es muss sich wieder lohnen für Künstler*innen kleine Konzerte zu spielen und diese zu veranstalten.
In Abwägung mit der Lautstärke, der Häufigkeit und der Nähe der Anwohnenden würden wir eine selektive Ausweitung der Sperrstunde unterstützen.
Wir schließen Kürzungen im Bereich der freiwilligen Leistungen für die freie Kultur aus und fordern vielmehr einen Inflationsausgleich für die Bestandsförderung – auch wenn die sehr lebendige freie Kultur in Darmstadt mehr Wertschätzung verdient hätte als nur einen Inflationsausgleich. Wir fordern 150.000 Euro zusätzliche Mittel auch für neue Förderungen (siehe z.B. Punkt 7), die teilweise durch einen Solidaritätsbeitrag in Höhe von einem Euro auf alle Staatstheater-Tickets der oberen Preisklassen sowie bei Premieren gegenfinanziert werden könnten.
Die Linke hat gegen die Einführung der Gebühr für Straßenmusiker gestimmt und bleibt bei dieser Haltung. Ein (Straßen-)Musikfestival in der Innenstadt ist eine gute Anregung – sei es an einem Tag, oder verteilt über mehrere kleine Auftritte ähnlich wie Kulturprogramme in den Stadtteilen. Der Popmusikpreisträger könnte Top-Act eines solchen Festivals sein.
