Pressemeldung
Der 9. November - Ein ganz normaler Tag?
Zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht
Erklärung der linksjugend ['solid] zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht
Der 9. November - Ein ganz normaler Tag? Nein! Denn vor 70 Jahren in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 war die Reichspogromnacht in Deutschland. Viele kennen diesen Tag, der auch verharmlosend als "Reichskristallnacht" bezeichnet wird, aus dem Geschichtsunterricht. Wir wollen an diese besagte Nacht, in der in ganz Deutschland Synagogen von Nazis angezündet wurden, erinnern. Jüdische Geschäfte wurden dem Erdboden gleichgemacht. Die SA und andere führende politische Organe verfolgten ohne öffentlichen Protest jüdische Menschen auf deutschen Straßen, auch in Darmstadt!
In der Nacht vom 9. auf den 10. November wurden die Synagogen in der Bleichstraße, in der Friedrichsstraße und in Eberstadt angezündet. Die Hasswelle zog sich bis ins Morgengrauen, wo im Gegensatz zur Nacht, unorganisiert jüdische Geschäfte demoliert worden sind. Die Novemberpogrome forderten in Darmstadt Menschenleben. Ein jüdisches Mädchen kam bei der Flucht vor SA-Truppen ums Leben. Im Schockzustand erhängte sich ihr Vater. Und dies war nur der Anfang einer geschichtlichen Epoche, die in Auschwitz ihren Höhepunkt fand.
DEUTSCHLAND – Kein Opfer, sondern Täter
Nie wieder Antisemitismus – Nie wieder Auschwitz
Wie ist die Situation in Deutschland heute?
Am 8.11.2008 marschieren in Fulda, nicht weit von Darmstadt, Neo-Nazis aus dem NPD-Spektrum, die klaren Kontakt zu bekennenden Antisemiten haben. Trotz des Widerstands des Fuldaer Oberbürgermeisters, wurde der Aufmarsch genehmigt. In einigen Landtagen werden Rechtspopulisten wieder salonfähig. Viel stärker als der Antisemitismus sind mittlerweile in Deutschland Islamophobie und Rassismus. "Pro Köln", eine Organisation die eine klare islamophobe Haltung prägt, hat vor einigen Wochen versucht in Köln einen Anti-Islam-Kongress abzuhalten. Die Entwicklung der „Bürgerbewegung Pro Köln“ sollte skeptisch beobachtet werden. Es wäre eine Schande, wenn erneut Furcht geschürt und neue Feindbilder geschaffen werden. Eine Wiederholung der Reichspogromnacht in der diesmal Moscheen und türkische Lebensmittelläden brennen, darf nicht ermöglicht werden. Von allen BürgerInnen ist Zivilcourage gefordert!
Lasst uns auf Gemeinsamkeiten anstatt Differenzen besinnen!
Lasst uns solidarisch dem Fremdenhass entgegentreten!
